Magazin | MutMacher
Helga (70) und Hans Daringer (68)

„Vor fünf Jahren haben wir unser Leben neu sortiert“

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„Vielleicht war alles zu viel. Zuerst habe ich meine Schwiegermutter gepflegt. Sie starb plötzlich. Das gab mir so einen Stich, dass ich gar nicht wusste, was ich tun sollte. Plötzlich bekam ich Atemprobleme. Danach wohnte meine demente Mutter bei uns. Sie wollte nie allein sein und verlangte, dass ich mich mit ihr beschäftige. Ich kam nicht zum Durchatmen. Wir brauchten etwas für uns und holten unseren Bär, einen Schäferhund. Nach seinem Tod kam unser Schatz Emy ins Haus, unser zweiter Schäferhund. Ein Jahr später passierte es. Mitten in der Nacht bekam ich ohne Vorzeichen einen Schlaganfall. Plötzlich hing ich komisch im Stuhl, bin irgendwie aufgewacht und wusste nicht, was los ist. Hans war im Bett und ich schleppte mich auf die Couch. Am Morgen war es besser, ich hatte nur ein komisches Gefühl. Mittags ist wieder was mit mir passiert. Plötzlich schaute Hans mich erschrocken an und fragte, was mit mir los sei. Ich konnte es nicht beschreiben und er rief den Rettungswagen. Die hatten sofort die richtige Vermutung und brachten mich in die Stroke Unit. Erst dann habe ich gemerkt, dass die rechte Hand und das Gehen stark beeinträchtigt waren. Gott sei Dank kann ich schwätzen und habe meine Sinne beieinander. Als ich nach der Reha nach einer Möglichkeit zur Physiotherapie suchte, erfuhr ich zufällig, dass mich nicht jeder Therapeut behandeln darf, sondern nach Bobath ausgebildet sein muss. Ich fand das nicht so toll, denn ich musste mich erst mal durchfragen. Zum Glück habe ich ein fröhliches Naturell. Was nützt es, wenn ich die ‚Schemme na druck‘? Mein Hans hat auch die Zähne zusammengebissen und gemeint, dass wir alles hinkriegen. Täglich gehe ich unsere steile Treppe am Handlauf hinunter zum Briefkasten und hole die Zeitung. Das ist mein Training. Gemeinsam gehen wir einmal im Monat zu den Veranstaltungen der Initiative Schlaganfall und jede Woche fährt Hans mich zum Jahrgang oder zum Stammtisch nach Villingen. Da ich trotz meiner Einschränkungen keinen Behindertenparkplatz nutzen darf, muss das Auto weit weg parken. Letztes Jahr bin ich auf dem Kopfsteinpflaster gestürzt. Das tut heute noch weh. Seither fährt mich Hans im Rollstuhl.“

Ein Schlaganfall hat den Alltag von Helga und Hans Daringer stark verändert.

WEITERE INFORMATIONEN
Initiative Schlaganfall

www.die-initiative-schlaganfall.de

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