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Schnarchen

Als Störfaktor harmlos, aber ernstes Signal für die Gesundheit

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PD Dr. med. Milos Fischer, Leitender Oberarzt in der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Schwarzwald-Baar Klinikum: „Schnarchen kann eine ernste Bedrohung für die Gesundheit sein.“

Bevor das nächtliche Schnarchen zur Gefahr wird …
Bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe (Anm. d. R.: schlafbezogene Atemstörung) ist das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko deutlich erhöht. Menschen, die darunter leiden, haben drei wesentliche Symptome: nächtliches Schnarchen, mangelnde Schlafqualität und häufig eine ausgeprägte Schlafapnoe mit Weckreaktionen. Betroffene wachen mit Erstickungsanzeichen auf. Der Kohlendioxidgehalt im Blut steigt und führt im Gehirn zur Weckreaktion – ein Schutzmechanismus des Körpers.

… können rechtzeitig erkannte Symptome behandelt werden
Oft erkennen Bettpartner erste Auffälligkeiten. Bei Verdacht auf eine obstruktive Schlafapnoe beginnen wir mit einer ambulanten Screeninguntersuchung. Die Patienten bekommen für eine Nacht ein Screening-Gerät mit nach Hause. Damit werden Puls, Bewegungen von Brust und Bauch, Atemstrom, Schnarchgeräusch und Sauerstoffgehalt gemessen. Bei der Auswertung erkennen wir, ob es tatsächlich Atemaussetzer gibt. Abhängig von den Beschwerden der Patienten, der Auswertung des Anamnesegesprächs und der apparativen Untersuchung können wir feststellen, ob ein schwerwiegendes Schlafapnoe-Syndrom vorliegt.

Nach der Diagnose ins Schlaflabor für die Überdruckbeatmung …
Bei erheblichen Atemaussetzern überweisen wir Betroffene in ein Schlaflabor. Dort verbringen Patienten, für deren Behandlung am besten die so genannte Überdruckbeatmung funktioniert, in der Regel eine diagnostische und eine zweite Nacht für die Anpassung an ein Beatmungsgerät. Die speziell eingestellte Atemmaske sollte jede Nacht getragen werden. Nach einem Jahr wird sie kontrolliert. Wenn wir allerdings sehen, dass Patienten Atemaussetzer in nur geringer Ausprägung und Anzahl haben, prüfen wir andere geeignete Therapien.

… oder bei Unverträglichkeit operative Methoden
An das Tragen der Atemmaske muss man sich gewöhnen. Wenn Patienten damit gar nicht zurechtkommen, schauen wir nach alternativen Behandlungen. Beispielsweise können wir leider nur in weniger dafür geeigneten Fällen prüfen, ob alternativ ein Zungenschrittmacher eingesetzt werden kann. Dazu versetzen wir Patienten in einen künstlichen Schlaf und schauen nach der Ursache für die Atemwegsverengungen. Wenn der Rachenschlauch zusammenfällt, weil auch die Zunge nach hinten fällt, dann wäre die Implantation eines so genannten Zungenschrittmachers in der Größe eines Herzschrittmachers eine mögliche Alternative. Er wird in der Brust implantiert, misst mit einer Sonde die Bewegungen des Brustraumes und registriert, wann der Patient atmet. Mit einem gezielten elektrischen Stimulus wird die Zunge beim Einatmen nach vorn bewegt. Dadurch öffnet sich der Atemweg beim Schlafen.

Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie in Kürze:
Operative Behandlung stationärer Patienten und Ambulanz für Beratungen und Nachsorge. Langjährige Erfahrungen und Spezialisierung im Bereich operativer Behandlungen auf drei Gebieten: Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich, Therapie von Hörstörungen, die operativ behandelt werden können, besonders die hörverbessernden Operationen und die implantierbaren Hörsysteme. Und die Behandlung von schlafbezogenen Atmungsstörungen,also Schnarchen und Schlafapnoe.
Wöchentlich zwei Sprechstundenangebote zu den Themen Schlafen und Schlafapnoe sowie für implantierbare Hörsysteme für Patienten mit Hörgeräte-Problemen. Terminvereinbarung nach telefonischer Rücksprache: Tel.: 07721/93-3690 oder Telefonzentrale: 07721/93-0; www.sbk-vs.de

Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie

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Dr. Milos Fischer: "Die Aufklärung unserer Patienten ist uns wichtig. Mögliche Behandlungsmethoden werden aufgeführt und besprochen."
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