Magazin | MutMacher
Rudolf Moser (64)

„Mein Lebensweg hat wieder die richtige Kurve bekommen“

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Ein kleines Teil mit großer Wirkung – mit dieser Lenkhilfe und dem umgebauten Auto kann Rudolf Moser endlich wieder seinen Alltag allein bewältigen.

„Ich habe einen guten Weg gefunden, endlich wieder selbstständig und unabhängig unterwegs sein zu können. Das sah vor drei Jahren ganz anders aus, obwohl ich auch das Glück hatte, dass meine Schwester damals an meinen Reaktionen und an der Aussprache sofort bemerkte, dass mit mir was nicht stimmte. Sie rief den Notdienst. Vier Wochen lag ich im Krankenhaus, saß im Rollstuhl und wurde über eine Sonde ernährt. Meine linke Seite war gelähmt, Diagnose Schlaganfall. Nach zwei Rehas war ich einigermaßen wieder auf die Füße gestellt und konnte mich im Alltag bewegen. Nur eins ging nicht mehr: das Autofahren. Meine linke Hand ist nach wie vor gelähmt. Ständige Termine bei Ärzten und Therapeuten wären ohne die Hilfe meiner Schwester nicht zu schaffen gewesen. Sie fuhr mich überall hin. Aufgrund meiner Behinderung kam ich gar nicht in den Bus hinein, und die Busverbindungen waren alles andere als gut. Ich war total an meine Landgemeinde gebunden und von der Zeit meiner Schwester abhängig. Das war unbefriedigend für mich. Durch meine Kontakte zur Initiative Schlaganfall hatte ich dort das Magazin „Thala“ der Deutschen Schlaganfall-Hilfe gelesen. Durch Zufall las ich einen Beitrag über eine Lenkhilfe. Davon hatte ich nie gehört und das war genau das, was mir aus der Misere helfen könnte. Es kam zu Kontakten zu einem Hersteller und einem Betroffenen, der ein Auto mit Lenkhilfe fuhr und mir Mut machte.

„Ich nahm mein Projekt ‚Auto‘ in Angriff“

Bis dahin gab es einige Stationen zu meistern. Mir war klar, ich brauche ein Automatikfahrzeug. Aber das war ja nicht alles. Zuerst musste ich zu einem Neurologen mit verkehrsmedizinischer Qualifikation, der zusätzlich eine Gesichtsfeldprüfung forderte, die der Augenarzt gemacht hat. Gott sei Dank gab es kein Problem, ich hatte die erste Hürde bestanden. Dann musste ich eine entsprechende Fahrschule für Übungen mit einer Lenkhilfe finden. In Enzklösterle fand ich sie, die Fahrschule und Beratungsstelle für Menschen mit Handicap. Das war zwar nicht vor meiner Haustür, aber auch kein Problem, denn Herr Thiele kam mit einem umgebauten Passat zu mir nach Hause und übte mit mir das neue Fahrgefühl mit Lenkhilfe. Früher hatte ich immer ein Auto mit Schaltgetriebe. Vielleicht haben die zwei Jahre Fahrabstinenz bewirkt, dass ich mit dem Automatikauto überhaupt kein Problem hatte. Nach fünf Fahrstunden meldete mich Herr Thiele zur Fahrtauglichkeitsprüfung beim TÜV in Singen an. Das war ein Riesenproblem für mich. Ich war noch nie in Singen und musste 45 Minuten durch eine fremde Stadt fahren. Getestet wurden nicht meine theoretischen Kenntnisse, sondern ob ich die Lenkhilfe beherrsche. Das war aufregend, aber ich habe bestanden. Für mich war super, dass sich Herr Thiele bestens auskannte und mir alle Tipps gab, damit ich am Ende wieder selbstständig Auto fahren konnte. Als Nächstes musste ich zum Landratsamt und meinen alten Führerschein abgeben, weil ich früher noch eine Zulassung für Motorrad und Lkw hatte. Ich bekam einen neuen und durfte ab sofort ein Automatikauto mit Lenkhilfe fahren. Jetzt kam die letzte Etappe, ich kaufte mein Auto. Die Leute vom Autohaus brachten erst mein Auto und dann mich zu der Firma, die das Fahrzeug für die Lenkhilfe umbaute. Zwei Tage später war ich an meinem Ziel: Problemlos fuhr ich mit meinem eigenen Auto nach Hause. Super, wenn man unabhängig Termine planen kann und den Alltag wieder mobiler im Griff hat. Ein tolles Gefühl.“

"Durch Zufall las ich einen Beitrag über eine Lenkhilfe."

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