Magazin | MutMacher
Heinz Egner (89)

„In jedem Lebensabschnitt habe ich gewusst, was ich will“

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Rundum zufrieden: Heinz Egner hat sich ein Leben an zwei Wohlfühlorten eingerichtet.

Unterschiedliche Lebensphasen erfordern oft einen Wohnungswechsel. Und der gehört zu den schwersten Entscheidungen. Das beginnt beim richtigen Zeitpunkt und soll letztendlich perfekt zum Alltag passen. Heinz Egner hat seine Strategie entwickelt, die genau jetzt zu ihm
passt.

„So wie es jetzt ist, kann ich sagen, ich habe ein erfülltes Leben, keine Sorgen und bin zufrieden. Ich denke, es liegt an meiner Art. Immer habe ich versucht, mein Leben zu gestalten. Das steckt in mir drin. Geboren wurde ich in Neustadt und war als Zwölfjähriger Hirtenbub. Mein Vater besaß zwei Friseurgeschäfte, die mein Bruder bekam. Das war halt im Schwarzwald so, der Älteste bekam alles. Das hat meinen Ehrgeiz geweckt, ich wollte es auch zu etwas bringen und begann eine Lehre als Maschinenschlosser. Anschließend kam die Meisterprüfung und am Ende setzte ich noch ein Ingenieurstudium obenauf. Meine Frau stammte aus Oberndorf. Nach der Hochzeit wohnten wir in Offenbach, mein Arbeitgeber war in Frankfurt. Dort war ich für den Bau von Chemieanlagen verantwortlich und kegelte um die ganze Welt. Irgendwann wollte ich nicht mehr ständig unterwegs sein und bewarb mich bei den Stadtwerken Schwenningen. Nach dem Zusammenschluss beider Städte wurde ich technischer Leiter für Gas, Wasser und Fernwärme der Stadtwerke Villingen-Schwenningen. Wir suchten damals einen Bauplatz und fanden ein geeignetes Stück in Dauchingen. Das war vor 50 Jahren. Auch hier habe ich alles wieder in die Hand genommen und die Baupläne und die Ausschreibungen selbst gemacht. Wir hatten wunderbare Jahre, zwei Töchter und sind viel auf Reisen gegangen. Unterm Jahr wurde gespart und damit sind wir in den Urlaub gefahren. Wir haben gut harmoniert. Eine Tochter ist leider mit 49 Jahren gestorben, ihr Tod war für meine Frau der erste Nagel am Sarg, sie starb dann vor fünf Jahren. Damit ging ein Stück Leben von mir. Seit Januar wohne ich im gleichen Ort in einem schönen Appartement mit Bad und Terrasse in der Wohnanlage Löwen. Hier gehts mir gut und ich bin gut aufgehoben. Ich habe meine Pflege und mein Essen, das mir schmeckt. Es ist alles sauber und man kümmert sich um mich. Aber es ist eben nicht mein Zuhause.

„Immer wieder zieht es mich in mein Haus.

Fast täglich nehme ich meinen Rollator und gehe runter, setze mich auf die Terrasse und genieße mein altes Daheim. Im Anschluss gehe ich auf den Friedhof und bin pünktlich zum Mittagessen wieder im Löwen. Ich bin noch rüstig, kann selbst ins Bett gehen und mich duschen. Meine Enkelin übernimmt mein Haus und ist jetzt eingezogen. Für mich ist das eine doppelte Freude, denn so bleibt es im Familienbesitz. Meine zweite Tochter wohnt in Dauchingen. Sie lässt ihren Vater nicht allein und unterstützt mich. Ein Enkel und mein Schwiegersohn wohnen auch im Ort. Alles passt bestens. Und meine verstorbene Frau ist stets um mich, ich lebe mit ihr, sie ist immer an meiner Seite.“

"Meine verstorbene Frau ist stets um mich, ich lebe mit ihr, sie ist immer an meiner Seite.“

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