Magazin | MutMacher
Gerhard Herrmann (70)

„Es ist besser unter Menschen zu gehen, als allein zu hocken“

„Morgens halb acht holt mich der Fahrer von meiner Tagespflege (Anm. d. Red.: vom Seniorenzentrum Bethel in Trossingen) mit seinem Bus vor meiner Haustür ab. Seit zwei Jahren bin ich schon dabei. Ich habe starke Schmerzen in den Zehen, bin auch ein paar Mal hingefallen, kann schlecht laufen und bekomme schlecht Luft. Solange es geht, möchte ich auch noch zu Hause leben. Aber den ganzen Tag allein zu hocken ist nix. Es ist besser, unter Menschen zu gehen. Deshalb bin ich fünf Tage in der Woche für acht Stunden in der Tagespflege. Ich lache gern und mache meinen Spaß. Das Pflegepersonal und die Therapeuten sind hier einmalig und lustig. Und ich werde gut versorgt. Erst gibt es Frühstück, dann Mittagessen und nachmittags Kaffee und Kuchen. Mein Arzt verschreibt mir auch Therapien, die ich tagsüber hier im Haus erledigen kann. Man holt mich dafür extra ab und bringt mich wieder in meine Gruppe zurück. Die Fußpflege kommt zu uns und der Friseur ist nebenan im Pflegehaus. Nach dem Essen mache ich gemütlich meinen Mittagsschlaf in einem Liegesessel im Ruheraum. Um 14 Uhr werden wir aber meist wieder geweckt. Der Tag geht schnell rum. Wir erzählen, machen Gymnastik und Spiele und hören Musik. Wenn ich abends heimkomme, bin ich versorgt. Morgens und abends kommt mein Bruder und hilft mir beim Strümpfeanziehen und Einkaufen. Ansonsten komme ich ganz gut allein zurecht. Am Wochenende wird mir mein Mittagessen vom Bethel nach Hause gebracht. Abends gucke ich gern Fernsehen und lese Zeitung. Früher habe ich Fußball in Aldingen gespielt. Das interessiert mich besonders.“

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