Magazin | MutMacher
Rosalia Sornberger (72)

„Der Wille versetzt Berge“

„Mich hat eine schwere Krankheit mitten aus dem Leben gerissen. In Trossingen kennen mich viele von meiner Arbeit als Kassiererin in einem Laden. Ich hatte immer Spaß mit den Leuten. Manche erkennen mich jetzt nicht mehr, so habe ich mich äußerlich verändert. Ich hatte eine Hirnblutung, lag im Koma und musste dreizehn Mal operiert werden. Vier Tage in der Woche bin ich in der Tagespflege im Bethel. Es ist gut, dass man selbst bestimmen kann, wie oft man kommen will. An den Wochenenden und donnerstags pflegt mich liebevoll mein Mann zu Hause. Er kocht auch gut. Ohne ihn ginge es nicht. Auch meine Kinder und Enkel sind viel bei mir und haben mich nie allein gelassen. Mein Schwiegersohn ist Pfleger und hat mir gesagt, dass ich schon zwei Mal von der ‚Schippe‘ gesprungen bin. Er gibt mir auch Ratschläge. Für mich ist es sehr schön, dass ich eine Chance habe, auch daheim zu sein, auf meiner Terrasse zu sitzen und meinen Garten zu sehen. Im Bethel wird viel mit uns gemacht. Spiele und Gymnastik – ich bin überall dabei, weil ich wieder fit werden möchte. Ich habe einen starken Willen. Der kann wirklich Berge versetzen. Daran glaube ich ganz fest. Das Schöne an der Tagespflege ist, dass alle nett sind, mir Mut machen und das Gefühl geben, nie aufzugeben. Am Abend macht mir mein Mann nur ein bisschen Obst, weil ich in der Tagespflege schon sehr gut versorgt werde. Man muss auch aufs Gewicht aufpassen, sonst leiden die Gelenke. Mein Vater ist 91 Jahre und lebt noch in meiner Heimat Apulien. Da möchte ich noch mal hin.“

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